Markus Tschiedel

Rechtsanwalt · Fachanwalt für Familienrecht

Unfallregulierung

Praktische Tipps: Was tun nach einem Verkehrsunfall?

Nach einem Unfall ist es wichtig, gewisse Dinge zu beachten, um keine Fehler zu machen. (Archivbild: Redaktion)

Verkehrsunfälle gehören zu den unangenehmsten Situationen im Alltag. Besonders bitter wird es, wenn man unverschuldet hineingerät. Zwar ersetzt die gegnerische Haftpflichtversicherung den Schaden. Doch bis dahin können zahlreiche Fehler passieren.

Erste Schritte: Beweise sichern

Die eigene Beweissicherung ist entscheidend – und zwar sofort. Wichtig: Nicht auf die Polizei verlassen.

Darauf sollten Sie achten:

  • Fotos der gesamten Unfallstelle anfertigen
  • Detailaufnahmen von Schäden an beiden Fahrzeugen
  • Kennzeichen des Unfallgegners fotografieren
  • Unfallposition der Fahrzeuge dokumentieren
  • Zeugen notieren, falls vorhanden

Warum das so wichtig ist? Ich hatte Fälle, in denen Polizeifotos später nicht in der Akte auftauchten („technischer Fehler“). Und ich habe erlebt, dass Unfallgegner später ganz andere Einfahrtswege behaupteten – angebliche Vorfahrt inklusive. Nur dank der Fotos des Mandanten konnten wir das widerlegen.

Die gegnerische Versicherung ermitteln

Das fotografierte Kennzeichen reicht aus, um die zuständige Haftpflichtversicherung herauszufinden. Das ist essenziell, denn diese Versicherung muss am Ende den gesamten Schaden tragen.

Schaden beziffern

Vorsicht vor „kostenlosen“ Gutachten! Gern bieten gegnerische Versicherungen ein kostenloses Gutachten an. Klingt gut, ist es aber nicht. Warum? Weil man damit den Bock zum Gärtner macht: Die gegnerische Versicherung hat nur ein Ziel – den Schaden so günstig wie möglich abzuwickeln.

  • Sie haben immer das Recht auf einen eigenen Gutachter.
  • Dessen Kosten muss die gegnerische Versicherung übernehmen.
  • Das gilt selbst dann, wenn bereits ein Gutachten der gegnerischen Versicherung existiert.

Verletzungen sofort ärztlich dokumentieren

Wenn Sie verletzt sind, gehen Sie unbedingt zum Arzt. Ohne ärztliche Dokumentation gibt es kein Schmerzensgeld. Das gilt auch für vermeintlich leichte Verletzungen wie Prellungen oder ein Schleudertrauma. Hier wird von Versicherungen besonders gern bestritten, dass die Beschwerden vom Unfall stammen.

Mietwagen: Typgerecht auswählen

Für die Reparaturdauer steht Ihnen ein Mietwagen zu. Aber Vorsicht – auch hier gibt es Stolperfallen. Die Versicherung ersetzt nur ein Fahrzeug in der Klasse Ihres verunfallten Autos. Beispiel: Fahren Sie einen VW Polo, sollten Sie keinen VW Passat mieten. Die Mehrkosten bleiben sonst an Ihnen hängen.

Warum ein Rechtsanwalt sinnvoll ist

Um Fehler zu vermeiden und alle Ansprüche vollständig durchzusetzen, sollten Sie die Regulierung von Anfang an einem Anwalt überlassen.

  • Die Kosten des Rechtsanwalts trägt ebenfalls die gegnerische Versicherung.
  • Für Sie ist die anwaltliche Unterstützung damit faktisch kostenlos.
  • Sie gewinnen Rechtssicherheit und vermeiden teure Fehler.

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Markus Tschiedel

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